Arbeitszeiten – Das Tarifrecht für Hausmeister (Teil 3)

Überstunden und Mehrarbeitszeiten sind keine Seltenheit für angestellte Hausmeister, denn notwendige Pflichten und Arbeitsgänge fallen laufend an. Was sollten Hausmeister beachten, um für sich einen gerechtfertigten finanziellen bzw. zeitlichen Ausgleich zu schaffen?

Grundsätzlich gilt, der Arbeitsumfang und die zu erledigenden Aufgaben sollten so zugeteilt werden, dass eine Erfüllung in der normalen Arbeitszeit möglich ist und Mehrarbeitszeiten nicht notwendig werden, beziehungsweise nur Ausnahmen bleiben.

Gerade bei Hausmeister-Tätigkeiten fallen aber Überstunden häufiger an. Auch bei sehr großer Flexibilität in der Arbeitsgestaltung und dem zur Verfügung stehenden Arbeitszeitenmodell sind Dringlichkeiten und verpflichtende Anwesenheiten nicht immer innerhalb eines geplanten und vereinbarten Zeitraumes machbar.

Das Folgende findet daher Anwendung:

  1. Mehrarbeit / Überstunden sind möglichst durch Freizeitausgleich ‚abzufeiern’
  2. Bei angeordneten ‚Überstunden’ – z.B. im Zuge einer Umbaumaßnahme oder von Veranstaltungshäufigkeiten sind die Überstundenzuschläge zu bezahlen und die Zeiten durch Freizeitausgleich abzufeiern.
  3. In Ausnahmefällen – wenn Arbeitnehmer und Arbeitgeber zustimmen – können Überstundenzuschläge und Überstundenzeiten ausbezahlt werden.

Wer bestimmt ob Überstunden zu leisten sind und ob diese durch Überstundenzuschlag und Freizeitausgleich oder durch Auszahlung von Überstundenzuschlag und Überstundenzeiten ausbezahlt werden, sind auch Mischabrechnungen möglich?
Grundsätzlich kann dem Arbeitnehmer in Ausnahmen und bei betrieblich dringenden oder notwendigen Aufgaben die Leistung von Überstunden (Mehrarbeit) auferlegt werden. Dies kann auch mehrere Wochen (unter Umständen von 4 bis 6 Wochen) hintereinander erfolgen. Die Mehrarbeit pro Woche sollte aber 4 Stunden nicht überschreiten. Ein Anspruch auf Auszahlung der Überstundenzuschläge besteht, wenn diese angeordnet worden sind, ansonsten nicht.
Ein Anspruch auf Zeitbezahlung besteht nicht. Es können Mischlösungen vereinbart werden (freiwillige Vereinbarung).

Wer ordnet Überstunden an?
Im Normalfall ist dies dem ‚Dienstweg’ innerhalb der Behörde vorbehalten, also Vorgesetzten. Ein Hausmeister kann sich hunderprozentig sicher sein, dass Überstunden gegenüber dem Hausmeister ordnungsgemäß angeordnet wurden, wenn von vorgesetzter Dienststelle die Anordnung kommt "Überstunden können geleistet werden, weil ...". Er muss solche Anordnungen dann nicht extra noch hinterfragen, sofern das Lohnbüro, das Personalamt oder andere Stellen zugestimmt haben.  

 

Siehe auch:
Teil 1 zum Thema "Arbeitszeiten – Das Tarifrecht für Hausmeister"
Teil 2 zum Thema "Arbeitszeiten – Das Tarifrecht für Hausmeister"

 

 

Artikel empfehlen

Anzeigen

Suche

Terminkalender

Anzeigen