Das Hausmeister-Praktikum (2): Immer gut vorbereitet für den Notfall

Die Sicherheit liegt natürlich nicht in der Verantwortung des Praktikanten. Doch es ist gut für ihn zu wissen, welche Regeln und Handlungsmuster der Hausmeister im Notfall beachten muss und welche vorbeugenden Maßnahmen er ergreifen kann.

Deshalb dreht sich der heutige Beitrag unserer fünfteiligen Serie „Der Praktikant im Hausmeister-Büro“ um die für alle so wichtige Sicherheit. Die folgenden fünf Bausteine vermitteln wichtige Fakten zum Thema Sicherheit in öffentlichen Gebäuden.

 

9.  Notfall-Tel.-Nr. / Anschriften – Bedienung / Zugang für Telefon, Handy, Alarmierung

a. Die Notwendigkeit eines Notfall-Telefons:
Hat heutzutage nicht jeder ein Handy? Und warum braucht es ein Notfall-Telefon, wo doch die öffentlichen Fernsprechzellen (fast) alle abgebaut wurden?
Die Antwort ist einfach: Notfallsituationen können immer auftreten und sehr oft sind es auch kleine Probleme. Zum Beispiel, dass während dem Kinderturnen eine Mama oder sonstige Bezugspersonen gerufen werden sollten. Vielleicht ist auch ein dringender Anruf beim Hausmeister erforderlich.
In öffentlichen Einrichtungen treffen sich viele Menschen, deshalb sollte dort ein gewisser Standard an Sicherheitsmaßnahmen eingehalten werden. Dazu zählt ein Notfall-Telefon, das bei Bedarf schnell benutzt werden kann.

Feuermelder webb. Eingeschränkte Nutzung des Notfall-Telefons:
Damit keine kostenpflichtigen Nummern oder Ferngespräche vom Notfall-Telefon geführt werden können, ist es sinnvoll, die Funktionen des Notfall-Telefons einzuschränken. So sind zum Beispiel nur Ortsgespräche oder eine kleine Auswahl an Vorwahl-Bereichen von diesem Apparat möglich. Die Rest-Wählbereiche (auch alle Auslands-Vorwahlen) werden gesperrt.

c. Wo steht das Notfall-Telefon?
Selbstverständlich ist es an einem für alle zugänglichen Ort am besten aufgehoben, wo die Nutzer einer Sporthalle oder Schule (auch bei abendlichen Kursen etc.) darauf zugreifen können. Meistens ist dieser Ort der Hausmeister-Regie-Raum, in dem auch die Lichter ein- und ausgeschaltet werden. Dieser Raum kann auch durch Videokamera ausgestattet sein. Damit wird hier eine erweiterte Sicherheitsunterstützung ermöglicht.

d. Das Notfall-Ordner-System NOS:
In allen öffentlichen Gebäuden einer Gemeinde oder Stadt sollte das Ablage- und Findsystem einheitlich organisiert sein. Personal mit mehreren Dienstgebäuden, Springern und Aushilfspersonal, Übungsleitern und auch Vorgesetzten haben so immer schnell und nach gleichen Ablagesystemen die notwendigen Unterlagen zur Hand. Im NOS (Notfall-Ordner-System) sind unter ‚Register 1‘ die für die jeweilige Anlage wichtigsten Notruf-Nummern gut lesbar hinterlegt: z.B. Hausmeister, Dienstvorgesetzte, Feuerwehr, Polizei, Gebäude-Servicedienstleister, Strom-Störstelle, Gasversorger usw.

 

10.  Bedienungsschlüssel

Auch bei zentralen und umfangreichen Schließanlagen gibt es immer noch eine größere Anzahl von Bereichen, die durch Einzelschlüssel gesichert beziehungsweise abgesperrt werden. Diese Nebenräume wie Garagen, Geräteschuppen, Kellerräume usw. können ebenfalls unvorhergesehen geöffnet werden müssen. Auch Schlüssel für Fahrzeuge, Lichtschächte, Aufzüge, Gastankanlage, Roll- und Kipptore usw. sollten jederzeit griffbereit sein. Wer schon die Situation erlebt hat, dass in einem Geräteraum ein Kind eingeschlossen war oder bei einem Brand ein Dienstfahrzeug weggefahren werden musste und erst der letzte Schlüssel gepasst hat, der weiß, was es bedeutet, diese mangelhafte Schlüsselordnung zu verantworten…

Im NOS sind unter Register-Nr. 2 die Schlüssel für alle Bereiche aufgelistet und mit der dortigen Nummerierung ist auch sofort ersichtlich, wo der passende Schlüssel sowie der Ersatzschlüssel hängen.

Übrigens: Wenn Sie Schlüssel in größerer Anzahl im Karton und vielleicht sogar ohne Erkennungsschild aufbewahren, dann könnte das eine verantwortungsvolle Aufgabe für den Praktikanten sein: Alle Schlüssel durchprobieren, beschriften und ablegen.

Bevor diese Aktion startet, sollten Sie einen richtig umfassenden Schlüsselkasten mit vielen Ablagehaken kaufen! Ein großer Schlüsselkasten erleichtert die Sortierarbeiten und später die Übersicht. Es können Schlüsselgruppen gebildet werden (Außenbereiche – mobile Geräte – UG – EG usw.)

 

Notfall Feuerwehr 112 374 x11.  Vorkehrungen für Rettungskräfte

Im NOS gibt es eine Handlungsanweisung für den Notfall. So können Übungsleiter oder Hallennutzer das richtige Verhalten im Notfall in Sekunden aufnehmen sowie Panik vermeiden. Hier stehen keine Romane und keine Arbeitshinweise, wie dies oder jenes aufgebaut wird. Hier stehen Handlungshilfen! So könnte dies aussehen:
- Alarmierung per Telefon: 112 Feuerwehr – 110 Polizei – Notrufleitstelle!
- Brand / Explosion – lautes Rufen, andere verständigen – Am Telefon Brand außer Kontrolle.
- Verletzte Personen am Telefon ansprechen: „Es gibt (eine / mehrere) Verletzte.“
- Feuerlöscher bei kleiner Brandstelle nach Möglichkeit einsetzen.
- Lose Gegenstände, Brennbares weiter wegstellen, vom Brandherd entfernen.
- Vorgesetzte informieren
- Sammelplätze aufsuchen
- Feuerwehr – Polizei – Rettungskräfte einweisen

 

12.  Zugang und Ausstattung Erste-Hilfe-Raum

In der Baugenehmigung und in den Betriebserlaubnissen ist vorgegeben, wo ein Erste-Hilfe-Raum eingerichtet sein muss und welcher Umfang für die Ausstattung notwendig ist.

Der Hausmeister steht in der Mitverantwortung, dass dieser Raum
- ausgeschildert ist
- die Ausstattung regelmäßig kontrolliert wird
- Verfalldaten von Pflaster etc. beachtet werden
- nicht zweckentfremdet wird (Getränkeautomat, Leergutablage, Kopierer usw. dürfen Zugang zu
  Liege / Hilfsmittel / Behandlung von Verletzten / Kranken nicht erschweren)

 

Polizei 374 x 226 Pixel13.  Die Durchsage-Einrichtung

Welches System in Ihrer Schule und Einrichtung für die Durchsagen und Alarmierungen vorgeschrieben ist, kann Ihnen die Schulleitung oder auch die zuständige Gebäudeverwaltung sagen.
Und auch wenn keine Durchsage-Anlage vorhanden sein sollte, so gibt es im Normalfall immer ein System zu einer etwaigen Alarmierung. Sie kann in kleinen Schulen und Einrichtungen auch durch Zuruf von Zimmer zu Zimmer erfolgen. Weitere Informationen zur Sicherheit in öffentlichen Einrichtungen finden Sie  >> hier <<.

Der Hausmeister sollte unbedingt die folgenden Punkte berücksichtigen:

  1. Üben Sie das Absetzen eines Notrufs! Eine Probe hilft, im Ernstfall richtig zu handeln.

  1. Wo ist der Zugang zu den technischen Hilfen einer Durchsage-Anlage?

  1. Wie wird diese Anlage in Betrieb genommen?
    Wenn eine Durchsageeinrichtung vorhanden ist, dann muss diese auch funktionieren, auch dann wenn das Rektorat momentan nicht besetzt ist. Falls die Durchsageeinrichtung zurzeit außer Betrieb ist, muss dies unbedingt im Haus bei Verantwortlichen Personen bekannt sein. Es geht nicht, dass man sich auf eine Technik verlässt, die nicht funktioniert.

  1. Was muss getan werden, dass alle Räume erreicht werden?
    Besonders abends, in den Ferien, bei Reparaturarbeiten usw. besteht oft kein sofortiger Überblick, welche Räume sind aktuell belegt sind. Personen in Nebenräumen, Werkräumen und auch Reinigungspersonal können außerhalb der Kernbelegungszeiten besonders gefährdet sein. Eine Alarmierung sollte deshalb alle Nutzer erreichen.

  1. Der Text für eine Durchsage kann gut leserlich, in großer Schrift bei der Durchsageeinrichtung an der Wand stehen. So kann der Durchsagetext im Trubel des Notfalls abgelesen werden.

  1. Auch hier gilt: Übungen helfen, Hektik und Panik zu vermeiden!

 

Was muss der Hausmeister im Berufsalltag noch wissen und beachten?
Die Bausteine 14 bis 20 dieser Serie drehen sich um sein Pflichtwissen. Mehr dazu erfahren Sie demnächst auf www.hausmeister-infos.de



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