Eine Frage der Organisation!

Wer betreut welches öffentliche Gebäude? Wer übernimmt die Aufsicht bei Veranstaltungen in der Mehrzweckhalle? Wer bringt das passende Fachwissen für die Grünpflege mit? Sobald mehrere Personen mit den Betriebsaufgaben im Anlagen- und Gebäudemanagement betraut sind, braucht es eine gute Organisation.

In der Theorie klingt das einfach, doch die Praxis sieht oft anders aus.

Ein Hausmeister berichtet:

„In unserer Kommune ist der Hausmeister-Bereich eine gewachsene Organisation. Zug um Zug ist das Personal mit den Anforderungen neuer und zusätzlicher Gebäude und Anlagen mitgewachsen. Und Zug um Zug hat das eingespielte Team die Veränderungen bei der Gebäude- und Anlagentechnik mitentwickelt und ist in die veränderten Anforderungen hineingewachsen. Neues Personal wurde auch mit diesem Lernprozess Zug um Zug in das Team und in die Aufgaben integriert. Unser Personal ist motiviert und gut qualifiziert. Korrektureingriffe beschränken sich meistens auf einzelne Fälle und Personen. Wenn ich eingreifen muss, dann meistens deshalb, weil einzelne Personen die Selbstorganisation nicht oder nicht mehr bewältigen. Wenn gesundheitliche Probleme bei einzelnen Mitarbeiterinnen oder Mitarbeitern vorliegen und Personalausfälle eintreten, dann müssen wir durch zügiges handeln diese Personalausfälle kompensieren. Aber grundlegende Organisationsveränderungen sind nicht erforderlich und auch fast nicht umsetzbar, weil

  1. das eingefahrene Personal teilweise schon mehr als ein Jahrzehnt mit den Anlagen verwachsen ist. Da sind Veränderungen nur in kleinen Schritten und nur im wirklich notwendigen Umfang notwendig und angebracht.

  1. die Hausmeisteraufgaben in den einzelnen Gebäuden und Anlagen nicht nur räumlich weit auseinander liegen, sondern auch in den Anforderungen sehr unterschiedlich sind. Die Verwaltungszentrale kann immer nur Teilbereiche einsehen und lenken.

  1. es Jahre dauert, bis eine neu eingestellte Fachkraft ‚Leitung- Gebäude und Anlagen-Management‘ die unterschiedlichen Gebäudetechniken und Aufgabenanforderungen so kennt, dass gegenüber allen Hausmeistern kompetente und umfassende Vorgaben gegeben werden können.

  1. Anordnungen immer punktuell vorgebracht und umgesetzt werden. Auch das entspricht der bisherigen Praxis. Das Personal wird dadurch Zug um Zug auf Neues und Zusätzliches eingestellt und gleichzeitig werden Überforderungen und somit auch demotivierende Eingriffe weitestgehend vermieden.

Ich bin der Meinung, dass das gesamte Gebäude- und Anlagen-Management vor großen Herausforderungen steht. Die Herausforderungen sind:

    • zunehmende Technologie-Ausstattungen in den Gebäuden und Anlagen,

    • schnellere Veränderungen bei Produkten, Gebäude- und Gerätetechnik,

    • Schadstoffe und Gefahrstoffe in Betrieb und Entsorgung,

    • abnehmende Rücksichtnahme und gleichzeitig zunehmender Zerstörungswille,

    • Auflagen in unterschiedlichen Bereichen wie Sicherheit bei Veranstaltungen, Arbeits- und Gesundheitsschutz, Dokumentationspflichten und vieles mehr.

Die Gegenwart und absehbaren Entwicklungen verpflichten uns künftig noch mehr, Zeit, Personal und Geld für die Unterhaltung und den Betrieb unserer öffentlichen Einrichtungen einzusetzen. Dies ist ein Teil der Entwicklung von der Investitionsgesellschaft zur Erhaltungs- und Unterhaltungsgesellschaft.

Schließlich sind unsere öffentlichen Einrichtungen die Mittelpunkte für das gesellschaftliche Leben. Für alle Altersgruppen, für Menschen mit und ohne Handicap, für Sport und Kultur, für organisierte Vereine und offene Gruppen sind öffentliche Treffpunkte wichtig.

Wenn Gasthäuser, Dorfladen, Vereinsräume etc. ˗ aus welchen Gründen auch immer - weniger werden, dann ist es eine kommunale Aufgabe, Räume für gesellschaftliche Treffen anzubieten. Eine Gemeinschaft wird auch daran gemessen werden, wie familiäre, freundschaftliche und betriebliche Treffen angeboten werden können. Und oft wird ein neutraler, barrierefreier Raum auch deshalb benötigt, damit keine Ausgrenzungen einzelner Personen vorgegeben werden müssen.“

 

Diese Schilderung bringt die Lage gut auf den Punkt.

In den Gemeinden, Städten und Landkreisen stehen zunehmend Organisationsfragen auf der Tagesordnung. Deshalb möchten wir uns in den nächsten Wochen mit dem Thema ‚Betriebs-Organisation für Anlagen- und Gebäudemanagement‘ beschäftigen. Folgende Beiträge sind geplant.

  1. Bestandsaufnahme

  2. Gebäude und Aufgaben in Gruppen einteilen

  3. Die Aufgaben-Intensität macht den Unterschied

  4. Aufgaben und übliche Vergütungssätze TVöD

  5. Wer steht wofür in der Pflicht?

  6. Eigene öffentliche Veranstaltungen

  7. Der Blick von außen – Fremdbetrachtung und Kosten

 

 

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