Aufgaben und übliche Vergütungssätze TVöD

So unterschiedlich ihre Aufgaben sind, so unterschiedlich sind auch die Vorstellungen über die Vergütung von Hausmeistern. Über Geld redet man nicht? Das mag sein – aber wir reden heute über Eingruppierungen. Dieser Beitrag soll aufzeigen, welche Vergütungssätze üblich sind.

Vorweg: Ein Bewährungsaufstieg ist einmal üblich. Ein weiterer Aufstieg erfolgt, wenn zusätzliche Aufgaben oder Qualifikationen eingetreten sind. Dies ist dann aber kein Bewährungsaufstieg, sondern eine Neueingruppierung.

Der Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst sieht je nach Qualifikation folgende Eingruppierungen vor:

TVöD 3     Personal ohne Fachkenntnisse, Hilfspersonal

TVöD 4     Personal mit geringen Anlernkenntnissen:
                 keine an der Arbeitsstelle verwertbaren Berufserfahrungen, Anlernphasen + Probezeit

TVöD 5     Einstiegs-Gruppierung Hausmeister mit einem Ausbildungsberuf:
                 Diese sind für die Tätigkeiten positiv oder gute Allgemeinkenntnisse (-Fähigkeiten)

TVöD 6     Bewährungsaufstieg nach zwei Jahren erfolgreicher Hausmeister-Tätigkeit in TVöD 5
                 oder Berufskenntnisse in mindestens zwei Berufsfeldern, die die Tätigkeiten positiv
                 verbessern können.
                 Anmerkung: Der Arbeitgeber entscheidet, ob Berufsfelder anerkannt werden,
                 zum Beispiel Führerschein, Gipser, Lackierer, Lagerist usw

TVöD 7     Personen mit besonderer Verantwortung und Fähigkeiten,
                 zum Beispiel Zusatzausbildungen:
                 Meister, Techniker, Bühnenmeister, Akustik und Bühnenfachkraft    oder
                 umfangreiche Aufgabengebiete / Verantwortung für mehrere Fachbereiche   oder
                 Bewährungsaufstieg nach mehrjähriger, erfolgreicher Tätigkeit nach TVöD 6

TVöD 8     Bewährungsaufstieg nach mehrjähriger, erfolgreicher Tätigkeit nach TVöD 7
                 Erfahrungen – Vielseitigkeit – Umgangsformen (soziale Kompetenz) – Arbeitszeiten sind
                 Grundlagen für die Vergütungsgruppe nach TVöD.

 

Erfahrungen positiv umsetzen

Wer täglich neue Aufgaben und Herausforderungen bewältigt, der hat nach wenigen Jahren eine große Menge an Erfahrungen gesammelt. Es ist kein Eigenlob, wenn Hausmeister ihre Erfahrungen mitteilen. Aber die Form der Mitteilung muss passen. Wir empfehlen, die regelmäßigen Gebäude-Aufschriebe (zum Beispiel anhand eines monatlichen oder vierteljährlichen Betriebsbogens) für diese Mitteilungen. Zeigen Sie, was gemacht wurde, welche Herausforderungen bewältigt wurden, was künftig anders angegangen (vorbereitet) werden sollte. So wird Ihre Arbeit über das Protokoll wahrgenommen und gleichzeitig haben Sie einen Hinweis, wenn diese Aufgabe wieder ansteht beziehungsweise eine kleine Einweisung für ihre Stellvertreter, wenn diese Aufgaben zum Beispiel während ihrer Abwesenheit gefragt sind.  

Vielseitigkeit zeigen

Übersichtspläne, Betriebsanleitungen, Belegungspläne und vieles mehr geben einen ersten Überblick über die vielfältigen Aufgaben, die tagein und tagaus bewältigt werden müssen. Die Kontakte mit Servicefirmen (Wartungsarbeiten, Kundendienst, Prüfvorgänge usw.) zeigen auf, wie komplex der Gebäude- und Anlagenbetrieb ist. Niemand kennt die Anlage so gut wie der Hausmeister! Alle, die kommen, um ‚bestellte Aufgaben‘ zu erfüllen, müssen an den Auftragsort gebracht werden, die erbrachten Leistungen müssen quittiert werden, der erfolgreiche Einsatz muss nachkontrolliert werden. Auch hier zeigen Protokolleinträge Leistungen und Qualität und geben Hinweise für die Wiederholungsintervalle.

Umgangsformen – soziale Kompetenz

Der bunte Job des Hausmeisters hat auch viele Formen der Kommunikation. Wen haben Hausmeister als Ansprech- und Kommunikationspartner? Das hängt natürlich von der jeweiligen öffentlichen Einrichtung ab. In einer Schule, in einem Altenheim, in einem Konzerthaus müssen die Umgangsformen situationsbedingt angepasst werden. Der Hausmeister trifft täglich auf unterschiedliche Personen:  

  • Handwerker, die Wartungsarbeiten erledigen und im Bereich der Rettungswege parken („Ich bin in einer Stunde wieder weg …“),
  • die Mama, die eine verlorene Mütze ihres Kindes sucht und eigentlich schon bei ihrer Arbeitsstelle sein sollte,
  • der Paketdienst, der den Transporter im Halteverbot stehen hat und schnellstens etwas abliefern möchte,
  • der Praktikant, der dringend Präsentationswände haben sollte,
  • der Bürgermeister, der auf Antwort wartet, weil die Kosten für Heizöl im vergangenen Jahr ungewöhnlich hoch waren,
  • der Vorsitzende des Gesangvereins, der zwei zusätzliche Probenabende vor dem nächsten Konzert veranstalten möchte,  
  • und, und, und ….

Hausmeister sind immer ruhig, verständnisvoll, freundlich, hilfsbereit und zaubern das eiligst benötigte Werkzeug und Material aus dem Hut – ohne zu murren und zu knurren.
Ist das so?
Oder zeigt der Hausmeister Kante, wenn zum x-ten-Mal die Mülleimer umgekippt sind, schon wieder die Fenster im Flur entgegen den Anordnungen nicht zugemacht wurden, das Licht in der Sporthalle im Geräteraum wieder nicht ausgemacht und die benutzten Sportgeräte nicht planmäßig verstaut wurden?
Freundlich, aber streng, würden wir sagen.
Im Umgang mit unterschiedlichen Menschen braucht es eben soziale Kompetenzen und Fingerspitzengefühl.

 

 

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