Fachkräftemangel stellt Hausmeister vor Herausforderungen

Der Fachkräftemangel ist nicht nur ein Thema in Industriebetrieben. Auch in den Kommunen oder in Dienstleistungsbetrieben fehlt es häufig an geschultem Personal. Da der Hausmeister viele Schnittstellen hat, stellt ihn dies vor neue Herausforderungen.

In welchen Bereichen sich der Fachkräftemangel bemerkbar macht, möchten wir in diesem Beitrag beleuchten. Nicht um schwarz zu malen, sondern um den Hausmeister und die Verwaltungs-Verantwortlichen zu sensibilisieren.

Wer gedanklich darauf eingestellt ist, kann in einem solchen Fall richtig reagieren. Der Facharbeitermangel muss gar nicht innerhalb der Kommune bestehen, um sich auf die Arbeit der Bediensteten auszuwirken. Der Hausmeister trifft zum Beispiel häufig auf nicht geschulte Dienstleister oder Übungsleiter.

Facharbeitermangel ...

a) ... bei Partnern wie Fremdfirmen und Lieferanten

Öffentliche Einrichtungen haben viele Schnittstellen. In der Schule zum Beispiel gibt es Berührungen mit Fremdfirmen (bei Wartungsarbeiten, Reparaturen, Neu- und Umbauten etc.) und Lieferanten (direkte Post- und Paketanlieferungen) aber auch bei Warenlieferungen wie Heizöl, Pellets und Verbrauchsmaterial aller Art. Häufigere Personalwechsel, geringere Einlernzeiten und mangelnde Erfahrungen wirken sich dort aus. Dann sind Hausmeister und generell die „Leistungsempfänger“ gefordert. Haben Sie ein wachsames Auge darauf und sorgen Sie durch zusätzliche Kontrollen dafür, dass Wartungsarbeiten, Lieferungen und anderen Dienstleistungen korrekt abgewickelt werden!

b) ... bei Partnern wie Vereinen sowie Übungs- und Veranstaltungsleitern

Die Besetzung von Vorstandsfunktionen in Vereinen ist in vielen Kommunen seit Jahren ein schwieriges Thema. Die „Postenübernahme auf Zeit“ ist eine öfters praktizierte Lösung und sichert dem einen oder anderen Verein zumindest eine Übergangsfrist. Aber die Situation hat oftmals Auswirkungen auf die Zusammenarbeit mit dem Hausmeister. Die Ansprechpartner in Vereinen bei Veranstaltungen oder Übungsleiter haben öfters kürzere Amtszeiten, reduzierte Aufgabenfelder und geringere Zuständigkeiten. Vertraute und bisher reibungslos funktionierende Abläufe sind damit plötzlich in Frage gestellt beziehungsweise funktionieren nicht mehr.
Wenn die „dünnere“ Mitarbeiterschicht bei Vereinen zum Problem wird, stellt sich zunächst die Frage an die „Politik“, wie dies kompensiert werden kann.
In der Praxis ist es häufig so, dass der Hausmeister und anderes Gemeindepersonal dafür eingesetzt wird, um sicherzustellen, dass eine Veranstaltung erfolgreich über die Bühne gehen kann.
Vereinsarbeit ist Ehrenamt, das nicht selbstverständlich ist und jederzeit Respekt und Anerkennung verdient. Doch wenn Sie durch diese VereSportleiter 374 x 226 Pixelinsaktivitäten über das vereinbarte Maß gefordert sind, dann sprechen Sie mit Ihren Vorgesetzten! Diese und auch der Stadt- oder Gemeinderat kann nur dann eine Lösung suchen, wenn sie Bescheid wissen.

c) ... bei Lehr- und Übungsleitern

In den Schulen, Sporthallen und Bewegungs- beziehungsweise Lernanlagen herrscht zunehmend Ganztagsbetrieb. Das bedeutet, die zeitlichen „Lücken“, in denen der Hausmeister in sensiblen Bereichen wie Umkleidekabinen oder Toiletten Reparaturen und Kontrollen vornehmen kann, sind rar. Dabei bedeutet eine stärkere Nutzung der Räume erhöhte Verschmutzungen, Abnutzungen und Unfallgefahren.

Wenn jetzt Einschränkungen im Nutzerverhalten notwendig sind, weil zum Beispiel gerade Reparaturen oder Sonderreinigungen notwendig werden, dann bekommen Hausmeister oft zynische Bemerkungen und Beleidigungen zu hören. Im schlimmsten Fall auch Anschuldigungen wie „Beleidiger, Spanner, Betatscher“ und dergleichen. Wohlgemerkt, berechtigte Reklamationen müssen konsequent verfolgt werden. Aber manchmal dauert es eine ganze Weile, bis „berechtigt“ oder „nicht berechtigt“ festgestellt werden kann. Manchmal bleiben auch Vorwürfe im Raume stehen, ohne dass eine Aufarbeitung vorgenommen wird. Das ist für alle Beteiligten keine gute Situation. Beziehen Sie besser Ihren Vorgesetzten ein, der die Notwendigkeit solcher Arbeiten begründen und Ihnen damit den Rücken freihalten kann!

Wenn ungeschulte Lehrkräfte oder Übungsleiter eingesetzt werden, kann das Konsequenzen haben. Das negative und rüpelhafte Verhalten Einzelner hat mehr Nährboden, wo unerfahrenes Lehr- und Übungsleiterpersonal die Fäden anspannt oder auch locker lässt. Wenn Lehrpersonal fachfremd oder vorübergehend eingesetzt wird, wird eine Gruppenkontrolle erschwert und die Leitung einer Gruppe fast nicht möglich. Wenn Übungsleiter im Vereins- und Jugendsport häufiger wechseln, geht wichtiges Wissen über Geräte- und Anlagenutzung und -pflege, die Randbereiche wie Fahrradabstellplätze, Neben- und Lagerräume etc. schnell verloren. Der Hausmeister kann dies jedoch keinesfalls für alle Vereine auffangen. Wenn Sie feststellen, dass die Vereine ihre Pflichten vernachlässigen, dann sprechen Sie diese offen an! Es geht nicht nur um Ihre zusätzliche Arbeitszeit, sondern auch um die Pflege des kommunalen Eigentums.

d) ... im eigenen Betrieb

Städte und Gemeinden haben vielfältige Aufgaben. Wenn das Personal häufig wechselt, müssen die Mitarbeiter mehr Zeit investieren, um mit neuen Kollegen den Wissen- und Qualitätsstandard des Vorgängerteams zu erreichen. Einarbeitungszeiten sind ebenso normal wie anfängliche Missverständnisse, bis sich das Team wieder aufgestellt hat. Insofern braucht es sicherlich auch etwas Geduld und Diplomatie.

Fazit: Die öffentlichen Arbeitsbedingungen haben sich verändert, und der Fachkräftemangel hat Einfluss auf die Arbeit des Hausmeisters. Wer darauf eingestellt ist und in den entsprechenden Situationen lösungsorientiert sowie im Interesse der Kommune handelt, kann in den allermeisten Fällen eine gute Lösung erzielen.

 

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