Hausmeister gesucht? Allround-Talent gefragt!

„Der Hausmeister – das Mädchen für Alles“, heißt es so schön. Und tatsächlich nimmt der Hausmeister in einer Kommune vielfältigste Aufgaben wahr.

Dabei sind unterschiedlichste Kompetenzen gefragt: Neben technischen Fähigkeiten muss der Hausmeister vor Kollegen frei reden können, gut organisiert sein und Verwaltungsabläufe ebenso kennen wie gesetzliche Vorschriften. Im folgenden Beitrag beleuchten wir einige dieser sehr wichtigen Kompetenzen etwas näher.

 

1. Wie formuliere ich meine Stärken?

Der Hausmeister wird jeden Tag vor neue Aufgaben gestellt. Facharbeiterwissen und Facharbeiterausbildungen sind dabei immer hilfreich. Aber in der Tagesarbeit wird der Hausmeister immer wieder Situationen vorfinden, die für ihn neu sind und zu deren Bewältigung er improvisieren muss. Dabei ist der oft zitierte „gesunde Menschenverstand“ gefordert.
Wer sich als Hausmeister bewerben möchte oder seine Kompetenzen gegenüber Vorgesetzten vertreten möchte, sollte zu verstehen geben beziehungsweise zeigen, dass er keine zwei „linke Hände“ hat.

Im O-Ton könnte sich das so anhören:
„Bei meiner früheren Tätigkeit war ich Pizza-Lieferant. In unserem Restaurant habe ich alles erledigt, was außerhalb der Zuständigkeit von Facharbeiten liegt. Sobald handwerkliche Fähigkeiten gefragt waren, war ich gefragt. Ich kann sehr gut mit Jugendlichen umgehen und übernehme gerne neue Aufgaben. Dabei bin ich bereit, jeden Tag etwas Neues zu lernen oder neue Lösungswege auszuprobieren.“

 

2. Frei reden und präsentieren

Hausmeister werden jeden Tag vor neue Herausforderungen gestellt und kommen mit unterschiedlichen, oft unbekannten Personen in Kontakt.
Damit Sie im Gespräch Ihre Ziele erreichen, sollten sie

  1. konkret wissen, was Sie Ihrem Gesprächspartner mitteilen möchten. Dabei genügen als Leitgedanken oft schon drei Gedanken.
    Beispiel: Parken
    Hier nicht – Feuerwehrzufahrt / Parkverbot – 50 Meter weiter rechts
  2. Personen, die in den Gebäuden unterwegs sind, direkt ansprechen
    Beispiel: Guten Tag, möchten Sie zur Schulleitung?
  3. Ihre eigene Person vorstellen
    Beispiel: Mein Name ist Max Mustermann. Ich bin hier der Hausmeister.
  4. gezielt fragen oder eventuell die Antwort mit der Frage bereits anbieten
    Beispiel: Wohin möchten Sie? Wenn Sie das Sekretariat suchen, das ist im ersten Obergeschoss, nehmen Sie dort den Haupteingang.

 

3. Selbstorganisation – Aufgaben erkennen

Hausmeister sind in Außenstellen tätig. Das bedeutet, es kommt oft vor, dass Dinge erledigt werden müssen, ohne dass dafür eine konkrete Anweisung vorliegt. Solche Arbeiten sollten Sie selbständig erkennen und sofort erledigen oder bei Bedarf Ihren Vorgesetzten informieren, um gemeinsam eine schnelle Lösung zu finden.

 

4. Verwaltungsabläufe und Dienstwege kennen

Gerade weil Hausmeister oft weit weg von der Zentrale tätig sind, stehen sie mehr in der Beobachtung als vermutet. Die Angestellten der Verwaltung nehmen zum Beispiel durchs Bürofenster wahr, wie der Hausmeister den Winterdienst verrichtet, wann er weggeht oder zurückkommt, ob er Aufgaben im Park erledigt oder mit Fremden spricht usw.

Wenn der Hausmeister seinen Arbeitsplatz in einem ferneren Gebäude hat, wird seine Ankunft in der Zentrale frühzeitig registriert und sein Verhalten oft klar analysiert: Hat er immer die gleichen Probleme? Kommt er wegen x-beliebigen Kleinigkeiten? Oder meidet er Kontaktbesuche?

Personen in Außenstellen werden zunächst immer kritisch beobachtet, und müssen sich Respekt und Wertschätzung erarbeiten. Die Einhaltung von Dienstwegen, Dienstzeiten, Dienstkleidung und Dienstvorschriften (beziehungsweise -erwartungen) wie zum Beispiel eine korrekte und schnelle Weitergabe von Belegen oder das Anfertigen von zeitgerechten Gebäudeprotokollen spiegeln die Verlässlichkeit einer Person und verbessern die Persönliche Wertschätzung und Kontakteffizienz.

 

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Jede Gebäude-Anlage hat andere Anforderungen und eine individuelle Technik-Ausstattung. Das eine Schulgebäude verfügt über eine Öl-, das andere über eine Gasheizung. Einmal zählt ein kleines Lehrschwimmbecken zum Gebäudekomplex, und im anderen Fall eine Turnhalle. Mal gehört ein Aufsitz-Rasenmäher und mal eine Einachs-Kehrmaschine zur Ausstattung des Hausmeisters. Mal ist ein elektrisches Garagentor und mal eine Video-Anlage zur Gebäudesicherheit installiert, mal steht für Wartungsarbeiten eine Hebebühne und mal eine Anstellleiter zur Verfügung.

Und von HM wird erwartet, dass er die Geräte alle beherrscht und die Gebäudetechnik im Griff hat. Technisches Geschick, Einfühlungsvermögen in technische und mechanische Abläufe sind zweifelsohne von Vorteil für den Hausmeister-Beruf! Aber alles Geschick und Technikwissen kann eines nicht ersetzen: den richtigen Umgang mit Anleitungen für den Aufbau, die Inbetriebsetzung und Wartung von Geräten, Hilfsmitteln etc. Wenn diese Unterlagen nicht zur Verfügung stehen sollten, zeichnet es eine Facharbeiterin oder einen Facharbeiter aus, wenn sie oder er nach diesen Unterlagen fragt. Wenn die Unterlagen vorhanden sind, ist eine organisierte, einheitliche Ablage unerlässlich. Wir empfehlen hierfür das ‚NOS’ – das Notfall-Ordner-System / Normalfall-Ordner-System für den Hausmeister.

 

6. Das Hausrecht kennen

Den Anordnungen des Hausmeisters ist Folge zu leisten, heißt es oft. Doch in der Praxis funktionieren heute die Kommandos leider nicht so reibungslos. Denn die Hausrechte werden häufig von vielen beansprucht:

  • in der Schule von der Schulleitung
  • in kommunalen Veranstaltungsräumen von den Verwaltungsangestellten
  • bei Veranstaltungen vom Veranstalter
  • bei Verbands-Spielbetrieb zum Beispiel vom Schiedsrichter

Die Hausrechte zu kennen, ist eine Pflicht für jeden Hausmeister. Auch hier bestehen Aushangpflichten und entsprechend (monatliche) Sichtprüfungen: Ist die Hausordnung vorhanden, lesbar, von Fremden registrierbar?

 

7. Wer ist Regel-Nutzer?

Kommunale Einrichtungen haben oft einen bunten Mix von Nutzern – und diese sind von Einrichtung zu Einrichtung und von Ort zu Ort verschieden. Mietverträge / Nutzungsverträge und entsprechend auch die Nutzungsbedingungen sehen für Regelnutzer (fast immer) etwas anderes vor als für Sonder- oder Gelegenheitsnutzer.

Regel-Nutzer ist zum Beispiel in einer Realschule natürlich die Schule selbst. Das Sagen hat also die Schulleitung. Regelnutzer kann aber auch zum Beispiel die Volkshochschule sein, wenn hierfür regelmäßig am Donnerstagabend ein Sprachkurs oder ein Kochkurs stattfindet. Der dann jeweils verantwortliche Leiter hat in diesem Nutzungsbereich die Verantwortung. Wenn der Gesangverein am Mittwochabend regelmäßig seine Singstunden in einem Schulsaal oder in der Aula abhält, ist der Gesangsverein Regelnutzer und es gilt Entsprechendes.

Der Hausmeister muss die Nutzungsbedingungen für Regelnutzer kennen. Dazu zählen Nutzungszeiten, Nutzungsräume, die verantwortliche Ansprechperson mit Stellvertretung und jeweiliger Adresse, Telefon, Erreichbarkeit. Ebenso muss er wissen, welche Kompetenzen der Regelnutzer hat. Verfügt er über eigene Schlüssel? Ist er in die Gebäudetechnik wie Licht und Heizung eingewiesen? Weiß er, dass zu den Regelnutzungszeiten kein Winterdienst durch die Gemeinde erfolgt und er deshalb alle Nutzer entsprechend informieren muss?

Die Gemeine setzt als Vermieter die Bedingungen, zu denen Räume und Anlagen zur Verfügung gestellt werden!

 

8. Wer ist Sonder-Nutzer?

Alle Nutzer, die nicht Regelnutzer sind, sind Sondernutzer. Aber was bedeutet dies? Und was ist für den Hausmeister in diesem Zusammenhang wichtig?

Das Wichtigste ist die Information, die der Hausmeister vom Rathaus / der Vermietungs-Verwaltung erhält. Darin sind alle für ihn wichtigen Punkte und Aufgaben aufgeführt. Dazu zählen zum Beispiel Termine, Infos zu bestimmten Gebäudebereichen, Ansprechpersonen und deren Erreichbarkeit. Sie sind die richtige Adresse für Reklamationen oder Fragen. Welche Aufgaben der Sondernutzer und welche der Hausmeister übernimmt, ist exakt zu regeln. Das dürfte auch bei Einmalnutzern (zum Beispiel ein Brautpaar an seiner Hochzeitsfeier) anders geregelt sein als bei einem jährlich stattfindenden Konzert des Gesangvereins.

 

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