Ein 12-Punkte-Plan für den reibungslosen Winterdienst

Die einen lieben den Winter und den Schnee – für die anderen bedeuten große Schneemengen in erster Linie sehr viel zusätzliche Arbeit. Nach einigen milden Wintern vergessen viele leider außerdem, was wochenlanger Schneefall und niedrige Temperaturen bedeuten, die dafür sorgen, dass der Schnee dann auch noch länger liegen bleibt. Man verdrängt, in welchem Ausmaß die Schneemengen Straßen und Bürgersteige behindern, die Parkplätze verengen und die Dächer gefährden.

Da sich gerade wieder eine neue Kaltwetterfront ankündigt und damit der nächste Wintereinbruch nicht „überraschend“ kommt, möchte das Hausmeister-Infos-Team Ihnen das Wichtigste zusammengefasst an die Hand geben. Jede Hausverwaltung sollte einen fertigen Winterdienst-Plan vorliegen haben, in dem genau definiert ist, wer für was wann zuständig ist und welche Punkte zu beachten sind.

 

  Die wichtigsten Punkte eines Winterdienst-Planes wären folgende:

  1. Informieren Sie sich über die Vorgaben Ihrer Gemeinde. Jede Kommunalverwaltung hat ihre eigenen Vorgaben, in denen steht, wann geräumt und wann bei Glatteis gestreut werden muss. Legen Sie diese Vorgaben bei einer Besprechung vor und richten Sie Ihren individuellen Winterplan danach aus.

  1. Beachten Sie die Vorgaben für das Gebäude, für das Sie und Ihre Mitarbeiter verantwortlich sind. Für Festhallen gibt es andere Vorgaben als für Schulen oder Mietshäuser. Bei öffentlichen Gebäuden sind vor allem immer die Notausgänge zu beachten. Sie dürfen nie durch Schnee behindert sein. Der schneefreie Weg muss außerdem so breit sein, dass pro 100 Personen, die sich im Gebäude aufhalten, jeweils zehn Personen ungehindert das Gebäude verlassen können. Pro zehn Personen werden zehn Meter berechnet. In einem Gebäude mit 300 Personen müssen also 30 Meter schneefrei sein. In einer Schule müssen aber auch alle öffentlich zugänglichen Bereiche schnee- und eisfrei sein und außerdem rechtzeitig morgens geräumt werden. Gerade in Gebäuden mit Kindern wie Schulen und Kindergärten gelten jedoch noch weitere Vorgaben. Hier gibt es häufig auch Intervall-Regeln, in denen festgehalten ist, wie oft bei länger andauernden Schneefall geräumt werden muss.

  1. Suchen Sie sich rechtzeitig einen Partner, mit dem Sie zusammenarbeiten können, vor allem dann, wenn der Winterdienst auch außerhalb der normalen Arbeitszeiten nötig ist oder der Winterdienst so umfangreich wäre, dass ein einzelner Hausmeister und sein Team damit überfordert wären.

  1. Legen Sie die Verantwortlichkeit fest. Wird der Winterdienst an Dritte weitergegeben, hat der Hausmeister oft trotzdem eine Kontrollpflicht. Es muss festgelegt sein, wann der Hausmeister sie in welchem Umfang durchführen muss. Ist er beispielsweise verpflichtet, an Sonn- und Feiertagen morgens zu kontrollieren, ob der Winterdienst da war?

  1. Erstellen Sie so rechtzeitig wie möglich einen Arbeitsplan für die kommenden Schneetage und sprechen Sie ihn mit allen Mitarbeitern durch. Wer kann an Sonntagen arbeiten und freut sich dafür über Freitage unter der Woche? Wer kann im Notfall auch außerhalb der festgelegten Zeiten kommen und helfen? Kommunikation und Absprache sind das A und O, wenn der Winter heftiger wird als man erwartet hat.

  1. Beachten Sie die Arbeitsschutz-Vorgaben für Hausmeister, falls der Hausmeister persönlich für den Winterdienst zuständig ist. Er muss beispielsweise Warn- und Schutzkleidung tragen, falls er auch öffentliche Straßen räumt. Das gehört zur Winterkleidung eines Hausmeisters und seiner Mitarbeiter:
    • warme Mütze
    • eventuell Sicherheitskleidung
    • warme und sichere Handschuhe
    • feste und sichere Schuhe

  1. Kontrollieren Sie Ihre Geräte. Ist alles da, was Sie für einen effektiven Winterdienst brauchen? Folgende Gerätschaften sollten vorhanden sein:
    • Schneeschieber und große Besen
    • Schneepflug für größere Bereiche
    • Streugut und Streuwagen
    • Eimer zum Mischen des Streuguts
    • Schaufeln in unterschiedlichen Größen
    • Absperrmaterial

  1. Klären Sie am besten bereits vor Herbstbeginn, ob das Dach bei starken Schneefällen geräumt werden muss und wer gegebenenfalls dafür zuständig ist. Die Begehbarkeit des Dachs muss bereits im Sommer überprüft werden. Falls der Hausmeister und sein Team für ein schneefreies Dach zuständig ist, müssen folgende Dinge geregelt sein:
    • Es muss ein Plan für die Räumungsrichtung vorliegen, damit die Statik des Hauses nicht in Gefahr gerät.
    • Es müssen Anschnallmöglichkeiten und ein Anseilvorrichtung vorhanden sein. Der Hausmeister und sein Team dürfen bei Schnee das Dach nur abgesichert betreten.

  1. Überprüfen Sie, ob das Gebäude eiszapfengefährdet ist. Leider können große und gefährliche Eiszapfen auch dann entstehen, wenn man diese Tendenz früher nicht beobachten konnte. In vielen Fällen ist es von besonderen Witterungsverhältnissen abhängig. Andererseits gibt es auch Gebäude, an denen regelmäßig Eiszapfen entstehen. Falls Sie sich an Balkonen und Fenstern entwickeln und das Gebäude ein Wohnhaus ist, sollten die Bewohner auf das Problem aufmerksam gemacht werden, damit die Eiszapfen entfernt werden, so lange sie klein sind. Oft sind Eiszapfen an den Dachrinnen oder an Vorsprüngen jedoch kaum zu erreichen. Sie können sehr gefährlich werden.
    Zu bedenken sind folgende Dinge:
    • Der Bereich, auf den Eiszapfen fallen könnten, muss unbedingt gesperrt und abgesichert sein. Herabfallende Eiszapfen können zu schweren Verletzungen oder sogar zum Tod führen.
    • Wenden Sie sich gegebenenfalls an die Feuerwehr. In vielen Gemeinden hilft die Feuerwehr mit ihren langen Leitern bei Eiszapfen-Alarm.
    • Sprechen Sie mit einem Bausachverständigen, ob und wie das Problem im nächsten Winter zu vermeiden ist.

  1. Bei einem öffentlichen Gebäude müssen auch ohne Eiszapfen oft große Sicherheitsmaßnahmen mit Absperrungen getroffen werden (beispielsweise wegen möglicher Dachlawinen). Prüfen Sie, ob die Kommunalverwaltung oder die Gemeinde das erwartet und welche Absperrungen im Notfall nötig sind.

  1. Wohin mit dem Schnee auf großen, täglich genutzten Flächen?
    Gerade bei Parkplätzen und Schulhöfen entsteht oft ein Problem mit dem sich aufhäufenden weggeräumten Schnee. Möglicherweise muss ein Teil eines Parkplatzes oder Schulhofs mit Schnee belegt und größere Schneehäufen von benötigten Flächen entfernt werden. Der aufgehäufte Schnee muss außerdem so gelagert sein, dass bei Schneeschmelze keine Überschwemmungen entstehen.
    Klären Sie vorab die möglichen Lösungen. Es lohnt sich, bereits in schneefreien Zeiten bei einer Begehung alle Möglichkeiten zu überprüfen.

  1. Machen Sie eine Notfallliste mit den wichtigen Telefonnummern und Ansprechpartnern oder legen Sie eine Mappe an, die leicht zugänglich ist. Auf der Liste sollte vermerkt sein:
    • Name und Nummer des zuständigen externen Winterdienstes
    • Name und Telefonnummern aller zuständigen Mitarbeiter
    • Uhrzeiten, an denen geräumt sein muss
    • Intervalle, in denen geräumt werden muss
    • Angaben zu allen Geräten und Hilfsmitteln mit Hinweis zu den Schlüsseln
    • Angaben zu den Gebieten, die gegebenfalls gesperrt werden müssen
    • Angaben zur Schneelagerung
    • Ansprechpartner bei der Gemeinde oder Feuerwehr

Dieser Plan kann natürlich durch weitere, selbst hinzugefügte Pflichten und Überlegungen ergänzt werden.
Viel Erfolg!

 

 

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