Hochwasser (5): Achtung, Schlamm-Lawine!

Eine defekte Wasserleitung oder ein verstopfter Kanal können dieselbe Folge haben: Hochwasser. Wenn das Wasser im Keller oder in anderen Teilen des Gebäudes steht, ist es mit auspumpen allein nicht getan.

Die Ursachenforschung ist Aufgabe des Hausmeisters, der dann die richtigen Schritte einleiten muss.
In unserer Serie über Hochwasser und Überschwemmungen erfahren Sie, wie Sie im Falle welcher Ursache vorgehen sollten. Dieses Mal geht es um die Gefahr von Schlammlawinen und ihre möglichen Auslöser. Schlamm erfordert zudem zusätzliche Gerätschaften und sollte daher im Besonderen im Vorfeld vermieden werden.

Starke Niederschläge bei Gewitter können unvorhersehbare Folgen und Schäden bringen. Da können Überschwemmungen auch dort auftreten, wo bisher solche Überschwemmungen nicht bekannt oder nicht vorhersehbar waren. Aber es gibt Möglichkeiten der Vorsorge. Hausmeister von betroffenen Gemeinden, in denen Überschwemmungsschäden in Siedlungsgebieten aufgetreten sind, haben versucht, die unterschiedlichen Schadensbilder und -entwicklungen zu rekonstruieren.

Wir haben drei Beispiele gesammelt:

  1. Neuansaaten und lockere Gartenerde wurden weggespült. Der gebildete Schlamm wurde in Lichtschächte und zu Kellerabgängen gespült. Die lockere Schwemmerde hat dann Wasserabläufe verstopft. Die Schwellen vor den Türen und die beabsichtigten Lichtschacht-Entwässerungen haben nicht mehr funktioniert. Wären bei den Gartenanlagen tieferliegende Trittwege zwischen den Beeten und vor den Gebäuden angelegt worden, hätten möglicherweise Schäden reduziert werden können.

  1. Erdaushub von Baustellen wurde durch starke Regenfälle weggeschwemmt. Dadurch haben sich zunächst kleine Rinnsale und einzelne Stauungen gebildet. Diese wurden in den Folgewochen immer ausgeprägter. Bis dann bei einem erneuten Starkregen die Wassermassen zu heftig waren: Rinnsale und Stauungen wurden weggespült. Wenn das nächste Hindernis ein Kellerschacht war, dann hat auch dieses Hindernis den Wasser- und Schlammbewegungen nicht lange standgehalten. Wären frühzeitig die kleineren Anschwemmungen nicht ignoriert sondern beseitigt oder befestigt worden, wären diese Schäden vermutlich nicht aufgetreten.

  1. Wasser- und Schlammschäden haben (fast) immer eine Entwicklung vom kleinen Anfang zur nicht mehr abwendbaren Katastrophe. Ausgerechnet bei einer Feuerwehrübung wurde mit „vollem Rohr“ über ein Gebäude auf einen Erdhaufen auf der gegenüberliegenden Gebäudeseite gespritzt. Der Wasserstrahl reichte locker über das Gebäude, also Dachschäden konnten nicht auftreten.
    Der Erdhaufen auf der gegenüberliegenden Seite gehörte zu einer Baustelle. Der Rohbau war fast fertig. Die Fundamente waren noch offen zugängig, also teilweise noch Baugrube. Der Garten war selbstverständlich noch nicht angelegt, also der Humus noch schön beiseite gelagert, wie es sich bei einem guten Baumanagement gehört. Durch das intensive Bespritzen wurde der Humus zum „läufigen Teig“ und in die Baugrube gespült. Im Zuge der Schadensbehebung musste der Humus wieder beseitigt werden, denn der Bauherr hatte noch umfangreiche Fundament-Isolierungen in Planung.

 

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