Hochwasser (6): Ein Fall für Kanal-Fachleute

Eine defekte Wasserleitung oder ein verstopfter Kanal können dieselbe Folge haben: Hochwasser. Wenn das Wasser im Keller oder in anderen Teilen des Gebäudes steht, ist es mit auspumpen allein nicht getan.

Die Ursachenforschung ist Aufgabe des Hausmeisters, der dann die richtigen Schritte einleiten muss.
In unserer Serie über Hochwasser und Überschwemmungen erfahren Sie, wie Sie im Falle welcher Ursache vorgehen sollten. Dieses Mal geht es um verstopfte Kanäle.

Wenn im Keller oder sonstigen tiefliegenden Abflüssen plötzlich Wasser rückwärts gedrückt wird, ist die Ursache klar: Kanalverstopfung! Was aber nicht klar ist: Wo befindet sich die Verstopfung? Tritt dieser Rückstau erstmals nach umfangreicherem Regenwetter an, könnte angenommen werden, dass die Verstopfung im Bereich Hausanschluss zu finden ist. Das umfangreiche Dachabwasser wird über die Regenrinnen und Fallrohre in den Kanal / den Kanal-Hausanschluss eingeleitet. Durch Verstopfung gelangt das Wasser aber nicht in den Hauptkanal, sondern staut sich innerhalb der Haus-Anschlussleitung und der Hauskanalisation auf.

Und nun? Da helfen folgende Maßnahmen:

Kanalkamera einsetzen:  Viele Bauhöfe/Werkhöfe und Handwerksbetriebe sind heute mit Inspektionskamera für Kanalaufnahmen ausgerüstet. Diese werden im Handel zwischenzeitlich auch sehr günstig im Preis und einfach in der Handhabung angeboten. Anders gesagt: Vielleicht kann ein schnell organisierter Einblick in das Kanalnetz durch eine Kanalkamera / Inspektionskamera helfen, den „Pfropfen“ im Kanalnetz ausfindig zu machen. Auch nach einer Schadensbehebung kann ein Befahren mit der Kanalkamera hilfreich sein. Denn eine genauere Schadensbesichtigung kann Aufschluss bringen über Rohrschäden, eingewachsene Wurzeln oder Bauschutt und andere Ablagerungen im Kanal.

Kanal-Fachleute beauftragen:  Kanaldurchmachen oder Kanal-Inhalte absaugen? Welche Maßnahme die richtige ist, entscheiden am besten die Fachleute. Wenn die Schadensbehebung falsch angegangen wird, dann können zusätzliche Verschmutzungen durch Spülwasser und Rückfluss des zusätzlich eingesetzten Spülwassers auftreten. Insbesondere dann, wenn die Schadensbehebung im Haus angesetzt wird. Es kann vorteilhafter sein, wenn die Schadensbehebung zum Beispiel im nächstliegenden Straßenschacht gestartet wird. Denn dann fließen Pump- und Reinigungswasser direkt wieder im Kanal ab in Richtung Kanalschacht und somit Hauptleitung. Bei einem Reparaturstart im Gebäude besteht immer die Gefahr, dass zusätzliches Stauwasser wie zum Beispiel das für die Reinigung mit einer Reinigungsdüse oder -spirale eingesetzte Pumpwasser zurück in den Keller gedrückt wird. Auch bei diesen Arbeiten kann gut oder weniger gut gearbeitet werden.

 

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