Arbeiten als Hausmeister (1): Kein Job wie jeder andere!

Der Hausmeister der Mann mit dem großen Schlüsselbund? Das ist eher das Bild von gestern. Der Hausmeister von heute arbeitet mit modernster Gebäudetechnik. Er dokumentiert mit einer App die Spielplatzkontrolle und überprüft den Füllstand des Mülleimers nicht mehr persönlich; das erledigt ein Sensor für ihn.

In unserer neuen Serie erfahren Sie, welche Fähigkeiten der Hausmeister-Alltag neben Fachwissen fordert. Die Hausmeister-Dienste haben sich in den vergangenen Jahren lautlos angepasst: Vom ‚Arbeiter‘ zum Techniker – vom ‚Besorger‘ zum Organisator. Die Hausmeisterinnen und Hausmeister sind mit den Veränderungen gewachsen und haben diese Veränderungen angenommen.
Neben einem großen Fachwissen wird vom Hausmeister vor allem in persönlicher Hinsicht einiges erwartet.

Folgende erwartete Eigenschaften sind:

  • Zuverlässigkeit: Von ihr oder ihm geht eine große Abhängigkeit aus. Vereine, Schulen, Übungsteilnehmer, Veranstalter usw. wollen sich auf den Hausmeister verlassen können. Pünktlichkeit und Verbindlichkeit sind selbstverständlich.
  • Schnelles Erfassen von Situationen: Kein Tag ist wie der andere, keine Stunde wie die vorherige. Wenn neue Situationen eintreten, Gefahren lauern, Giftstoffe auslaufen oder ein Kipptor klemmt - meistens sind bei einer aus dem Plan laufenden Situation Menschen (Kinder, Senioren, Interessierte etc.) beteiligt. Da bleibt keine Zeit zum Abwarten, da müssen verantwortliche Profis schnell eingreifen können. Hausmeister sind die Personen, die zum Beispiel nach einem Unfall bei Fragen immer schnell in der Verantwortung stehen. Dann heißt es oftmals: „Wer hätte wissen müssen, dass…?“
  • Ehrlichkeit: Beim Zuhören, Zusehen, Antworten oder Protokoll schreiben hat der Hausmeister stets mit fremdem Gut zu tun. Ein Vertrauensvorschuss darf nicht enttäuscht werden.
  • Ethische / moralische Unbestechlichkeit: Der Hausmeister trifft immer wieder auf Personen und Personengruppen, auf Vorgänge und Erkenntnisse, die nicht für die Öffentlichkeit bestimmt sind. Er trifft Personen an, die momentan hilflos sind oder auch überschäumend vor Lust und Freude. Datenschutz und Diskretion in allen Bereichen ist eine Voraussetzung für einen sicheren Arbeitsplatz.  
  • Hilfsbereitschaft: Niemand hat genügend Lebenszeit, um alle Fehler selber zu machen. Deshalb lerne aus den Fehlern anderer. Hausmeister müssen sehr oft die Unzulänglichkeiten anderer ausbügeln beziehungsweise wieder zurechtbiegen. Nicht nur, wenn die Sportgeräte im Geräteraum unordentlich abgestellt wurden oder die Müllbehältnisse beim Einwurf verfehlt wurden. Auf den Hausmeister prasseln unzählige Fragen nach Gegenständen, Licht, Luft, Wärme, Ortsangaben und, und, und ein … Wer was sucht, wer technische oder andere Hilfe benötigt, freut sich, wenn der Hausmeister mit Rat oder Tat parat ist.  
  • Sicheres Auftreten: Der Hausmeister hat das letzte Wort, bevor eine Einrichtung öffnet und er hat nach Abschluss eines Ereignisses den ersten Kontrollgang. Im laufenden Betrieb einer Einrichtung ist er oder sie erste Fach- und Ordnungskraft. Anweisungen, Auskünfte, auch der schrille Pfiff, wenn Unwegsames droht, zeichnet den Hausmeister aus.
  • Gerechtigkeit: Der Hausmeister vertritt die Interessen des Arbeitgebers. Als Bediensteter einer öffentlichen Institution prüft er Vorgänge zu Gunsten und zu Lasten seines Arbeitgebers. Also: Ehrlichkeit geht vor Parteinahme.

 

Lesen Sie demnächst weiter:
Der Hausmeister-Job in kleinen Anlagen

 

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