Arbeiten als Hausmeister (8): Zeit für einen Neustart?

Von Zeit zu Zeit sollten auch die Hausmeister-Dienste auf den Prüfstand gestellt und neu organisiert werden. Die Gründe für eine notwendige Neuorientierung in Ihrem Bereich kennen Sie selbst am allerbesten.

Vielleicht inspiriert Sie dieser Beitrag, sie anzugehen?

 

Betriebs-Re-Organisationen haben drei Möglichkeiten:

1. mit dem verfügbaren Personal das Machbare organisieren
2. die notwendigen Aufgaben verteilen und steuern
3. die Lücken und ‚nicht regelmäßige‘ Aufgaben in Sonderschichten und Werkverträge einpacken

 

Zuerst: Den Ist-Bestand checken, daraus Entwicklungsbedarf ermitteln und Ziele formulieren:

 a)  Personal – aktuell – kurzfristig - langfristig
      Gesetzmäßigkeiten beachten – Arbeitszeiten – Arbeits- und Gesundheitsschutz – Fürsorgepflicht – Aufsicht und Kontrolle - Einweisungspflichten

      Achtung: Verstöße können strafbar sein!
      Das eigene Personal ist wertvoll – hält zu mir / zusammen – ist Werbeträger Nr. 1
      Bei Veränderungen das Personal mitnehmen = Personal-Wünsche aufnehmen
      – Wünsche sind in einer Bandbreite lenkbar – gemeinsam Wünsche erarbeiten!

b)  Aufgaben

     Öffentliche Einrichtungen sind „Brut- und Multiplikationsstätte der örtlichen Gefühlslage“.

  • Es gibt keinen wettbewerbsfreien Raum = mindestens so gut wie die Nachbarschaft.
  • Es gibt keine gute Einrichtung ohne gutes Personal.
  • Es gibt kein dauerhaft gutes Personal in einer mangelhaften Einrichtung
  • Wer den „eigenen Stall“ mies macht, schadet sich selber.

c)  Wunsch-Ziele: Wir sind Gemeinde = wir sind top!
     
Es wird in folgende Richtungen laufen:
      1. Personal muss zufrieden sein und arbeitet gerne in den Einrichtungen – das Umfeld passt.
      2. Aufgaben – Zeiten – Wunscharbeitszeiten – respektieren und ausfüllen
      3. Der Rest ist ein Gefüge aus Werkverträgen und Geringfügig-Beschäftigten .

 

 

Ein Organisationsweg

  1. Erfassen aller Objekte
  2. Herausfiltern von Objekten mit besonderen Aufgaben und Eigenschaften z.B.
    Das Gebäude ….
    a. steht nur für eine Gruppe zur Verfügung
    b. hat spezifische Anforderungen und deshalb Alleinstellungsmerkmale
    c. hat Funktionen, die besonderen Gruppen, Anlässen etc. dienen. Der Betrieb und die Unterhaltung könnten mit anderen Nutzeraufgaben zusammengefasst werden
    d. hat räumliche Zusammenhänge mit …
    e. hat räumliche Abstände und ist deshalb näher bei …
    und so weiter.

    Zu den Ergebnisvorbereitungen:
    Zu a    Objekte, die nur einem einzelnen Nutzer zur Verfügung stehen, könnten in die Unterhaltung und Bewirtschaftung dieser Nutzer übertragen werden. Es kann sinnvoll sein, dafür auch finanzielle Anreize zu schaffen.           
    Beispiele: Feuerwehrgerätehaus, Jugendhaus, Sportplatz
    Zu b    Gebäude und Anlagen, die spezielle Anforderungen haben, benötigen öfters auch spezielle Fachkenntnisse, Geräte oder Arbeitszeiten. Gegebenenfalls können diese Einrichtungen (ganz oder teilweise) mit gleichartigen Einrichtungen von anderen Kommunen oder auch privaten Betreibern als Betriebseinheit zusammengefasst werden. Dadurch ergeben sich insgesamt für das Bearbeitungsteam „höhere Fallzahlen“ für einzelne Arbeiten, die Fachkompetenz wird intensiver gefordert und gefördert, Schulungen, Einweisungen und Vertretungspersonal sind einfacher zu organisieren.
    Beispiele: Lehrschwimmbecken, Werkstattreinigungen in Berufsschulen, Gebäude mit erweiterten Gefahrpotenzialen wegen Raumhöhe, Verkehrserschließung, Tiefgaragen usw.
    Zu c    Räume und Anlagen, die für bestimmte Zweckbereiche zur Verfügung stehen, könnten noch intensiver in diese Zweckbereiche integriert werden. Gegebenenfalls können dann auch die Unterhaltungs- und Betriebskosten direkt mit den jeweiligen Zweckbereichen zusammengefasst werden.
    Beispiele: Friedhofshalle – Reinigung, Dekoration und Ausstattung, Beheizung und Verbrauchswerte etc. werden direkt mit Nutzungen und Bestattungen zusammengefasst, Die Kosten können gegebenenfalls zusammen mit den sonstigen Dienstleistungen / Bestattungsfall berechnet werden.
    Zu d    Räumliche Zusammenhänge nutzen, Fahrtzeiten reduzieren.
    Beispiele: Aufgaben in einem Stadtteil, einem Teilort oder Ortsteil können zusammengefasst werden. So kann zum Beispiel der Winterdienst rund um ein Schulgebäude mit dem Winterdienst rund um eine private andere Anlage erfolgen (gemeinsamer Winterdienst einer Gaststätte, eines Pfarrhauses, eines Rathauses und einer Schule usw.). So könnten leistungsfähigere Geräte, gemeinsames Personal und gemeinsame Lagerstätten für Geräte und sonstigen Bedarf entstehen.
    Zu e   Entlegene Einrichtungen könnten (wie bei Punkt d) mit anderen Anlagen zusammengefasst werden. Dies kann insbesondere auch mit sogenannten Maschinenring-Einrichtungen erfolgen. Pflege- und Unterhaltungsleistungen von Wanderwegen, Brücken oder Wassergräben können von Baufirmen, Maschinenringen, Landwirten gleichwertig und vielleicht kostengünstig erbracht werden.